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Alternativen zu den herkömmlichen Schulformen

Alternativen zu den herkömmlichen Schulformen

Staatliche Schulen stehen in Deutschland nicht selten in der Kritik. Diese Kritik mag unterschiedliche Gründe haben, es läuft aber darauf hinaus, das viele Eltern der Meinung sind, das ihr Kind nicht die Wissensvermittlung erhält, die sie für angebracht und ausreichend erachten. Es gibt jedoch Alternativen zu den herkömmlichen Schulen. Allerdings sind alternative Schulen in Deutschland im Verhältnis zu den staatlichen Schulen relativ selten.

So bestehen im Jahr 2016 in Deutschland 33.547 allgemeinbildende Schulen, die sich in die verschiedenen Schularten wie Grundschulen, Gymnasien, Hauptschulen, Realschulen etc. unterteilen.

Denen stehen nur sehr wenige alternative Schulformen gegenüber. So sind in der Liste des Bundesverbandes der freien Alternativschulen nur etwa 100 Einrichtungen für ganz Deutschland aufgeführt. In Baden-Württemberg sind es gerade einmal 16 Schulen und das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen bringt es auf 7 freie Schulen, die im Bundesverband zusammengeschlossen sind. Dazu kommen noch Waldorfschulen, 221 bundesweit, und Montessorischulen, rund 400 im Bundesgebiet. Zusammengenommen stehen folglich etwas über 700 Alternativ-Schulen mehr als 33.000 staatlichen Schulen gegenüber. Wer also eine andere Schulform für sein Kind sucht, wird sich dies gut überlegen müssen, wenn die Familie nicht zufällig in der Nähe einer dieser Schulen lebt. Der zweite Wermutstropfen besteht in den meist höheren Kosten für alternative Schulen. Diese finanzieren sich teilweise aus Mitteln der Bundesländer, aber unter anderem auch aus Beiträgen der Eltern.

Lohnt sich eine alternative Schule?

Diese Frage kann nicht so einfach beantwortet werden. Dazu sollte auf jeden Fall zuerst einmal intensiv die aktuelle Schulsituation des Kindes betrachtet werden. Dazu gehören die Klassengröße, das Schulgebäude und dessen Infrastruktur. Der Schulweg kann hierbei ebenso mit einbezogen werden. Was bietet die jeweilige Schule an Möglichkeiten außerhalb des Lehrplans. Wie setzt sich der Lehrkörper zusammen und wie groß ist die Anzahl der ausgefallenen Stunden? Stellen sich die Antworten auf diese Fragen als größtenteils unbefriedigend dar, kann auf die Suche nach einer Alternative gegangen werden.

Das dichteste Netz an Schulalternativen in Deutschland besitzen die Montessori- und Waldorfschulen.

In beiden Schulformen wird mit ähnlichen Ansätzen gearbeitet. Die Leitidee ist die Förderung der Kinder hin zu einer freien und offenen Kreativität. Nicht der Zwang, eine gute Note zu erreichen, steht im Vordergrund, sondern die Suche nach dem Potenzial des einzelnen Kindes, das natürlich sehr unterschiedlich angelegt sein kann. Auf diesem Weg wird auch die Leistungsbereitschaft des Schülers positiv beeinflusst. Das bedeutet nun keineswegs, das in diesen Schulen die Kinder und Jugendlichen machen können, was sie wollen. Eine oft zitierte, aber völlig falsche Vorstellung. Vielmehr wird der Schüler interaktiv in den Unterricht eingebunden, statt nur als Zuhörer passiv Lernstoff zu empfangen.

So beginnen in diesen Schulen die Lehrer und Erzieher schon sehr früh, die Motorik der Kinder zu fördern, etwa mit Bastelunterricht, wobei vielleicht auch Karten für besondere Anlässe entstehen wie beispielsweise Geburtstage.