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Eltern unterschiedlich krankenversichert – Wie das Kind anmelden?

Eltern unterschiedlich krankenversichert – Wie das Kind anmelden?

In Deutschland muss jeder krankenversichert sein, aber wie diese Krankenversicherung aussieht, das kann jeder selbst bestimmen. Gesetzlich oder privat – diese beiden Möglichkeiten stehen zur Verfügung und beide Formen haben sowohl Vorteile als auch Nachteile. Die Wahl der richtigen Krankenversicherung spielt aber auch dann eine wichtige Rolle, wenn ein Kind unterwegs ist. Welche Versicherung ist die beste für den Nachwuchs und was müssen die Eltern bei der Wahl beachten?

Das zweigleisige Krankenkassensystem

Das zweigleisige Krankenkassensystem gibt es in Deutschland schon seit 1845. Damals gründeten die ersten Unternehmen für ihre Arbeiter Krankenkassen, in denen diese mit ihren Familien versichert waren. Freiberufler wie Handwerker, Künstler, Ärzte oder Rechtsanwälte bekamen die Möglichkeit, sich in Genossenschaften oder in einer privaten Krankenkasse abzusichern. Die gesetzliche Krankenkasse funktioniert nach dem sogenannten Solidaritätsprinzip, bei dem Beiträge nicht vom persönlichen Krankheitsrisiko berechnet werden. Die Beiträge richten sich vielmehr nach dem Einkommen und wer mehr verdient, der muss auch mehr einzahlen. Die private Krankenversicherung arbeitet nach dem Äquivalenzprinzip, bei dem jeder für sich selbst verantwortlich ist. Um Mitglied in einer privaten Krankenversicherung zu werden, muss das Jahreseinkommen stimmen, ausgenommen sind nur Beamte und Selbstständige. Vor der Mitgliedschaft gibt es eine Gesundheitsprüfung, die bei einer gesetzlichen Krankenkasse nicht notwendig ist.

Die Familienversicherung

Die Frage, das Kind gesetzlich oder privat versichern, ist auch eine Frage des verfügbaren Familienbudgets. Fällt die Entscheidung für eine gesetzliche Krankenversicherung, dann sind Kinder grundsätzlich bis zum 25. Lebensjahr kostenlos versichert, es gibt jedoch einige Voraussetzungen, die die Eltern erfüllen müssen. Damit ein Kind gesetzlich versichert werden kann, müssen entweder beide Eltern oder der Elternteil, der mehr verdient Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung sein. Das Kind und auch der Ehepartner dürfen zudem nicht über ein eigenes Einkommen verfügen, das eine Summe von 405,- Euro im Monat übersteigt. In der gesetzlichen Krankenversicherung sind alle Mitglieder einer Familie versichert, vorausgesetzt die Familie lebt in Deutschland. Für Familien mit Kindern ist die gesetzliche Krankenversicherung eine preiswerte Sache, da nur einer einzahlt, aber alle anderen mitversichert sind. Ganz anders sieht das bei der privaten Krankenversicherung aus.

Private Krankenversicherung

Wenn ein Ehepaar gut verdient und sich für eine private Krankenversicherung entscheidet, dann kann das Kind entweder auch privat krankenversichert sein oder Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung werden. Die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung ist allerdings nicht kostenlos. Die Anmeldung bei der Kasse muss spätestens drei Monate nach der Geburt erfolgen. Wird das Kind privat krankenversichert, wie die Eltern auch, dann hat das den großen Vorteil, dass es in den Genuss besserer Leistungen kommt und die freie Arztwahl hat. Wie teuer das Ganze wird, hängt immer vom jeweiligen Tarif ab. Bis acht Wochen nach der Geburt haben die Eltern maximal Zeit, sich für ein Krankenversicherungsmodell zu entscheiden.

Keine gute Wahl

Auch wenn eine private Krankenversicherung viele Vorteile hat, für eine Familie mit mehreren Kindern ist sie eher eine schlechte Wahl. Die private Krankenversicherung ist personenbezogen und das heißt, für jedes Mitglied gibt es ein eigenes Prämienmodell. Für eine Familie wird das sehr schnell, sehr teuer, besonders wenn ein Elternteil nicht arbeiten geht, um die Kinder zu versorgen. Für Familien mit mehreren Kindern ist die gesetzliche Krankenversicherung die deutlich bessere Wahl, auch wenn die Leistungen alles andere als gut sind.